Kurzurlaub mit Simon in Bad Heilbrunn „Bonbon für’s Zeugnis“

 

Zum Schuljahrende 2005/06 entsteht die Idee, dass der Opa mit seinem Onkel Simon, als Zeugnis-Bonbon einen „Sporturlaub“ macht. Dazu musste allerdings das Zeugnis einen Mindestwert hergeben, ich habe da an 3,0 gedacht.

Nachdem das Zeugnis da war kam die Spannung für mich ob der Schnitt auch ausreicht, Simon merk davon nichts, er hat von der 3,0-Hürde nichts gewusst. Na ja er hat’s geschafft, die 3,0 hat er Punktgenau erreicht, natürlich wäre es auch gar nicht schlimm gewesen, wenn es etwas besser ausgefallen wäre.

 

Jetzt ging’s los damit, was wollen wir machen und wohin? Na was soll bei dem Opa schon anderes als radeln rauskommen? Das war ja auch der erste Gedanke, mit Rucksack ein paar Tage der Altmühl entlang. Beim geistigen Weg an der Altmühl, kam dann plötzlich die Idee auf, das Ganze mit Klettern zu verbinden.

Vermutlich dürfte das dem Simon auch eher liegen, er ist nicht unbedingt ein Fan von längeren Radtouren, aber klettern macht er schon zwischendurch. Das ändert natürlich auch die Art des Urlaubs, anstelle On Tour mit Rucksack, Anfahrt mit Auto und dort Tagestouren und klettern verbinden. Da kommt mir ein Urlaub in der Fränkischen Schweiz in Erinnerung, wo wir an Kletterfelsen vorbei geradelt sind.

Simon hat die Änderung „inkl. Klettern“ sehr positiv aufgenommen! Damit hat er aber auch selber die Aufgabe zur Auswahl, wo man unter Anleitung klettern kann, übernehmen müssen. Jetzt gab es eigentlich nur noch das Problem der Abholung von Simon und Anfahrt ins Urlaubsgebiet; von Augsburg, nach Oberpframmern in die Fränkische Schweiz ist ein ganz schönes Dreieck und das ganze dann natürlich hin und zurück. Mir ist schon klar, dass ich einfach sehr ungern Auto fahre und M vermeide wo immer möglich, also keimte bei der Suche nach einer Lösung die Idee nach einem anderen Urlaubsort der besser an der Linie liegt, somit könnte ich Simon dann einfach auf dem Weg mit nehmen und wieder absetzen. So war es zumindest theoretisch gedacht!!

Simon hat dann auch was in Bad Heilbrunn, Nähe Bad Tölz gefunden, Kletterfelsen, Kletterhalle inkl. Coaching und auch noch einen passenden Termin.

 

Irgendwie haben die Schüler anscheinend den Wettergott verärgert, denn pünktlich zum Ferienbeginn endete der Super-Sommer und der Regen kam mindestens einmal täglich zu Besuch, insbesondere die Woche vom 21. -24.8.06 bescheinigte der 10-tägige Wetterbericht www.wetter.com mit einer Regenwahrscheinlichkeit zw. 80-90% Regenwahrscheinlichkeit. Somit hat der Simon zwar das Klettern gebucht, ich aber kein Zimmer. Zur Not fahren wir dann am 22.8. eben nur von Oberpframmern dort hin um klettern und danach wieder zurück und das radeln fällt dann eben aus.

Sonntag 20.8.06 erzählt uns der Wetterbericht bietet wirklich eine Wetterbesserung an, die Regenwahrscheinlichkeit wird auf zw. 40 – 60% reduziert. Wir entschließen uns dann nur zum klettern zu fahren, ich komme am Montag nach Oberpframmern und am Dienstag fahren wird dann zum klettern, sind ja nur etwas mehr als 50 KM (denkste).

 

21.8.2006

Renate-Oma fährt mit dem Zug nach Wien zur Ihrer Enkelin Laura, wir haben da Angebotskarten München – Wien für je € 39,90 bekommen. Deshalb bringe ich Renate zum Münchner Hbf und fahren dann weiter Richtung Oberpframmern. Auf dem Weg dahin mache ich einen Abstecher bei meinen alten Kollegen der GSKV (meiner noch-Firma), die waren ganz schön überrascht, dass ich auch mal wieder auftauche. War ganz schön mal wieder zu plaudern.

Das Wetter zeigt sich ja gar nicht so schlecht wie angekündigt, somit schlage ich gleich bei der Ankunft in Oberpframmern dem Simon vor doch gleich zu fahren, was wir dann auch in ziemlich kurzer Zeit schaffen. Zwischendurch versuche ich noch auf die Schnelle eine Unterkunft aufzutreiben, natürlich habe ich die Liste mit den freien Zimmern vom Tourist-Info zu Hause gelassen, nur den Prospekt war dabei. Die Versuche selbst eine freie Unterkunft z finden habe ich dann bald aufgegeben und mir überlegt für  was gibt es die Tourist-Info, die sollten eigentlich Vorschläge für max. 3 Tage und günstig haben. 5 Minuten später kann dann auch der Rückruf mit den Angeboten, allerdings etwas zu teuer, Ferienwohnung für € 50 pro Tag war mir zu viel, na dann kam auch noch ein Angebot einer noch ganz neuen FW für € 29,--, bestellen müssen wir das allerdings selbst. Beim Versuch die günstige Wohnung zu buchen war niemand zu erreichen, aber der Rückruf kam und die Wohnung war wirklich frei.

Eigentlich sollten wir jetzt in einer Stund am Ziel in Bad Heilbrunn sein, aber denkste. Da hat jemand wirklich super geplant, 3 parallele Strecken nach Bad Tölz sind gleichzeitig wegen Bauarbeiten gesperrt, so kreisen wir von Umleitung zur Umleitung und landen schließlich in Wolfratshausen und fahren dort weiter über Penzberg nach Bad Heilbrunn und schon sind wir nach über 2 Std. Fahrt angekommen. Natürlich hat uns der Wetterbericht unterwegs eingeholt, es hat ein paar mal so richtig gegossen. Dafür haben wir unser Quartier fast auf Anhieb gefunden und es ist auch noch nett, mit Terrasse.

So viel Rumkurverei hat uns beide geschlaucht, jetzt haben wir Hunger, also nichts wie ab in den nächsten Biergarten mit See in der Nähe, aber es ist Montag und da haben Wirtschaften einfach Ruhetag. Wir also zum Einkaufen und das mit Hunger, also viel rein in den Wagen und schon waren wir € 50 los. Nun nichts wie ab nach „Hause“ und ran an den Herd, bei der Frage wer kocht und wer spült ab, hat sich Simon fürs Abspülen entschieden, mit dem Ergebnis, dass in der nächsten Zeit das saubere Geschirr knapp wird.

Es gibt Pizza mit leckeren Salat und danach noch einen Kaffee mit Zwetschkenkuchen, lecker!! Der Wettergott lässt uns das Ganze auch noch sehr angenehm auf der Terrasse genießen. Gegen Abend machen wir dann doch noch auf den Weg um das Marin für den Simon anzupassen und auszuprobieren. Die Runde darf aber nicht zu lange werden, denn der Simon hat um 18:15 einen ganz wichtigen Termin mit dem Fernseher, da kommt so eine amerikanische Comedy-Soap. So machen wir nur eine Mini-Runde zum See und wieder durch die Kuhfladen zurück, der Fernseher wartet. Am Abend gibt’s für mich den Rest von der Pizza mit Salat und der Simon verdrückt eine Kaminwurz.  Das Bonbon sollte ja auch noch einen Tag Computerkurs enthalten, dies habe ich versucht am Abend etwas einzubauen. Wir haben die paar Fotos auf den PC übernommen und beim Betrachten haben wir daraus dann einen 3-stündigen Foto-Grundlagen-Kurs gemacht. Spät Abends ging’s dann „ungeduscht“ ins Bett, Simon war vom Vorteil einer täglichen Dusche einfach nicht zu überzeugen!

 

22.8.2006

Es regnet!!!!!!!!!!

Textfeld:  Fahr mit Simon zur Kletter­halle und bleibe dort auch eine ganze Zeit um einfach ein bisschen zu fotografieren. Dabei zeigt sich mir, dass diese Minicameras völlig unbrauchbar sind, dieses Teil hat nur einen 3-fach optischen Zoom, aber der Lichtverlust ist so enorm, dass es nur noch dunkel ist, trotz Miniblitz. Habe dort auch noch mit einer kleinen Olympus gearbeitet, die war zwar etwas größer aber schon deutlich besser, Lichtstärke 2,8-3,7 bei 10fach Zoom. So wirklich Freude kommt aber mit beiden Geräten nicht auf, also beim nächsten Foto-Kauf auf was vernünftiges achten.

Ich fahre wieder zurück in unser Quartier und schau mir dort den Regen an, natürlich mit einer Siesta dazwischen. Simon kommt zufrieden aus dem Kletterkurs nach Hause, dann gibt es noch sogenannte „Käsespatzen“ aus der Tüte, nie wieder. Nur der Rest vom Kuchen hat das Ganze rausgerissen. Mal sehen was der morgige Tag bringt, der Wetterbericht verspricht Sonne ohne Regntropfen, also endlich ab zur Radtour.


 

23.8.2006

Der Wetterbericht hat tatsächlich recht behalten, in der Früh (9:30) scheint fast die Sonne und im laufe de Tages wird es immer angenehmer und sonniger.

Also machen wir unsere Radtour mit geplanten 35KM auf leichten Wegen. Am Anfang ging es sehr gemächlich dahin, bis dann ein paar Berge kamen. Beim ersten Zieher habe ich mich mal abgesetzt und dann wieder ein Stückchen zurück zum Simon, beim nächsten Berg, der war steiler habe ich oben gehalten und wollte den Simon beim Anstieg fotografieren, wie ich mich umdrehe ist er schon hinter mir, ich bin ganz erstaunt. Nach folgenden Abfahrt und noch ein ganzes Stück weiter, stellen wir fest, dass wir eine Abzeigung versäumt haben und zwar vor dem Berg, also das ganze wieder zurück inkl. den Anstieg wieder hoch. Ich lasse den Simon voraus fahren, damit er sich nicht wieder genötigt fühlt hinten mitzufahren, so dachte ich kann er sein Tempo seiner Leistung angepasst selbst bestimmen, der Kerl ging ab wie Schmidts Katze, ich hatte alle Hände (Füße) voll zu tun um überhaupt dran zu bleiben der hat gespult wie ein Wilder. Na wir finden die richtige Abzweigung, natürlich fehlten dort sämtliche Wegweiser, und dann geht es gemächlich am Moor entlang. Irgendwann kamen wir dann auf einem  Waldweg der sich ordentlich nach oben gezogen hat und wieder war der Kerl so am spulen, dass ich nicht mehr dran bleiben konnte, die 30 Kg Unterschied haben zugeschlagen, erst oben am Ortsanfang ging es dann mit etwas weniger Steigung auf Teer weiter und ich halte mein Tempo bei und plötzlich gingen bei Simon die Lichter aus. Ob wir nicht ein Pause machen könnten und dann vielleicht die Kurze Variante wählen, er hat keine Kraft mehr. Da fehlen eben noch sämtliche Erfahrungen mit längeren Touren insbesondere mit längeren Steigungen. Trotz meiner wiederholten Hinweise doch seine Kraft einzuteilen, verfällt er an den Anstiegen immer wieder in viel zu schnelles Kurbeln. An einer Abzweigung entscheiden wir uns dann von der vorgeschlagenen Route abzuweichen und auf einen Wanderweg zu wechseln, da haben wir dann auch die Autos vom Leib. Natürlich verfahren wir uns ziemlich bald und müssen wieder ein Stück bergauf zurück. Teilweise wird es dann wirklich ein Wanderweg mit Schiebepassagen , aber was soll’s wir haben ja genügend Zeit.  Mal geht es über tiefen Schlamm den Waldarbeiter mit Ihrem Gefährt hinterlassen haben, Gott sei Dank lag da ein Brett das wir drüberlegen konnten sonst wären wir darin versunken. Am Anfang von Bad Tölz geht’s dann endgültig zurück Richtung Bad Heilbrunn, allerdings verfahren wir uns unterwegs dann nochmals und wie könnte es anders sein, wir müssen den Berg der schön zum runterfahren war wieder hoch und danach ging’s erst so richtig los mit einem ewig langem Anstieg zum Buchberg. Ich bin dann schön langsam voraus gefahren um den Simon die Möglichkeit zu geben einen Berg auch mal ganz in „Ruhe“ (Kraftsparend) hochzufahren. Die angegebenen 3 KM haben sich somit noch ganz schön hingezogen. Wo es rauf geht, geht’s meist auch mal wieder runter und wir kommen plötzlich an eine bekannte Stelle vom ersten Tag. Hurra, da geht es links ab zur Wirtschaft. Wir haben uns ein „Mittagessen“ verdient auch wenn es bereits Nachmittag ist, aber es gibt es Nachmittags-Essenskarte!

Für einen Kaffee mit Kuchen dort, waren wir jedoch zu knauserig, also noch ab in die Bäckerei und auch noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Lebensmittelladen, den Kaffee können wir uns auch zuhause machen und das zumindest günstiger und eine Terrasse haben wir ja schließlich auch. Nach 40KM haben wir uns die folgende Siesta, leider ohne Liegestühle, verdient.

Simon rafft sich dann auf und schreibt seine Urlaubserlebnisse auf, bin gespannt was da alles drinnen steht, ob es Ihm auch gefallen hat mit dem alten Opa. Dabei hat er sogar seinen wichtigen Termin mit dem Fernseher versäumt, den ganzen Abend nur am tippen und keine Glotze, das wird ja noch was mit Ihm.

 

Jetzt gibt es noch eine Brotzeit mit Tomaten und Mozarella, haben ja schließlich am ersten Tag tüchtig eingekauft.

Morgen geht es wieder nach Hause, sofern wir nicht vorher verhungern, denn es gibt kein sauberes Geschirr für’s Frühstück.